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Mayswerk: Historischer Industrielook und moderne Optik

Mitteilung vom 23.08.2017

Eingangsbereich des Mayswerk in St. Tönis. Foto: (cp)

Auf dem Schreibtisch lag – ganz verloren – eine alte Zeitung. Ganz so, als ob sie noch auf ihren Besitzer wartete, um gelesen zu werden. Staub auf Fenstern, Boden und Tisch deuteten aber an, dass das wohl nicht mehr eintreten würde: Es war der Schreibtisch des „Wasserwartes“, der noch von Hand die Funktionen von Wasserturm, Pumpen oder anderen Elementen der Wasserwirtschaft in der alten Kress-Textilfabrik bediente. Der Schreibtisch steht heute immer noch da – allerdings auf seine Art in Szene gesetzt und nachts beleuchtet. In Reminiszenz an den historischen Industriestandort der alten Textilfabrik. „Die gesamte Industriearchitektur ist behutsam, aber nachhaltig saniert worden“, sagt Bauingenieur Stephan van der Kooi, Projektentwickler des Kressgeländes – heute Mayswerk.

Altes Wasserbeckern wieder zum Leben erwacht

Mayswerk: Das Wasserbecken der ehemaligen Textilfabrik - heute als Springbrunnen mit Fischen verziert.

Dabei ist der Charakter des Standortes erhalten geblieben – von außen weithin sichtbar durch die historischen Landmarken Schornstein und Wasserturm. Und von innen? Grau schimmernde, historische Stahlträger ziehen sich beispielsweise diagonal durch das Atelier des international tätigen Hotelausstatters DG-Project Service. Große, in grauem Putz eingefasste Fenster vervollständigen die Optik und unterstreichen die Industriearchitektur. An anderer Stelle wird gerade von innen der braune Putz abgeschlagen, um den typisch niederrheinischen Klinker wieder zum Vorschein zu bringen. In Klinker sind fast alle Gebäude des alten Fabrikgeländes gehalten: Der sanierte Teil heute mit sauber geschrubbten Steinen und glatten Fugen - die Fenster in anthrazitfarbenen Rahmen eingefasst. Alle Gebäude sind aus Klinker – bis auf eines: So sticht die ehemalige Mensa mit Uhrenturm in weißem Putz eingekleidet leuchtend hervor. Drinnen befindet sich ein großes Kosmetikstudio – die Decke noch mit dem alten Industrielook als Kontrast zu der modernen Optik des Studios. Auch das alte Wasserbecken links vom Eingang des Werkes ist wieder zum Leben erwacht. Kleine Wasserspeier in Form von Fischen lenken die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die große Terrasse des asiatischen Restaurants, das hier am 23. August offiziell eröffnet mit Platz für viele hundert Gäste.

Nischen in der weltweiten Textilproduktion

Hier sind die alten Stahlträger - noch mit Nieten verarbeitet - als Reminiszenz an das alte Fabrikgelände für die Allgemeinheit herausgeputzt worden. Foto: (cp)

Ein großes Stück davon abgesetzt künden weiße, kegelförmige Metall-Türme von den weiteren Aktivitäten auf dem Gelände: „Wir fördern hier unser eigenes Wasser. In den weißen Silos befinden sich Kies und Sand-Filter zur Reinigung des Grundwassers, welches danach enthärtet und in den Wasserturm fließt“, erläutert Stephan van der Kooi. Das Wasser nutzen die drei großen Textilbetriebe, die es zum Waschen und Färben brauchen. „Alle drei Betriebe besetzen Nischen in der weltweiten Textilproduktion, die besonderen Anforderungen unterliegen und beispielsweise im asiatischen Raum offenbar so nicht erfüllt werden können“, erläutert van der Kooi. Alle drei großen Textilbetriebe zusammen nehmen rund ein Hektar des insgesamt 52 000 Quadratmeter großen Mayswerk-Geländes ein. 22 000 Quadratmeter Gewerbeflächen sind jetzt seit 2014 in einem ersten Abschnitt entwickelt worden. Stephan van der Kooi: „Aktuell sind davon noch eine zirka 400 Quadratmeter große Ausstellungs- und Lagerfläche sowie eine exklusive Büroeinheit mit 145 Quadratmeter verfügbar.“ Je nach Bedarf werden ab Ende 2017 weitere Flächen im zweiten Bauabschnitt von zirka 6.500 Quadratmeter Mietflächen zwischen 100 und 500 Quadratmeter entstehen. Um an die Historie dieses Textilstandortes anzuknüpfen, wurde im Rahmen der Wegweisung und Kennzeichnung der Gebäude an die frühere, historische Nutzung des Gebäudes erinnert, wie zum Beispiel „Kalander-Halle“, „Mercerisierhalle“ oder „Technikum“. Die übrigen Flächen des Geländes – also rund 21000 Quadratmeter – sind durch Grünflächen oder Infrastruktur, wie Parkplätze, Wege und Straßen definiert.

Mayswerk ist heute das Zuhause von 26 verschiedenen Unternehmen

Projektentwickler und Bauingenieur Stephan van der Kooi - links im Bild - stellt den Vertretern der Stadtverwaltung - hier mit Marcus Beyer, Fachbereichsleiter Stadtplanung (Zweiter von links), Wirtschaftsförderer Markus Hergett und Bürgermeister Thomas Goßen, rechts im Bild - den Gewerbepark Mayswerk vor. Foto: (cp)

Einen knapp zweistelligen Millionen-Betrag hat die Projektentwicklungsgesellschaft in die bisherigen Sanierungen gesteckt. 26 ganz unterschiedliche Unternehmen haben sich in den fertig gestellten 22 000 Quadratmeter Nutzfläche angesiedelt. Darunter die Collin KG, die mit einem Abhol-Express-Lager (ABEX) ihre Kunden aus dem Handwerk seit 2014 beliefert. In 2015 ist das Fitness-Studio Fitness Tönisvorst mit über 1000 Quadratmeter Fläche sowie einer der führenden Spezialisten für Tiernahrungsmittel, die Firma Zoobedarf Hitzegrad, hinzugekommen.  Mit dem Jahreswechsel 2017 nahmen der überregionale Baumaschinenverleiher SBG Schauenburg und das Kosmetikstudio RBeauty's– Rabea Gatzweiler ihren Betrieb auf. Ergänzt werden diese Mieter durch viele weitere Gewerbetreibende, welche auf dem Grundstück vom Lager über die Werkstatt bis zum Büro Flächen angemietet haben. Darunter neben der bekannten Motorradwerkstatt Tribune Motorcycles und einem auch ein Mode-Designer, die Firma Studio Rundholz sowie insgesamt fünf textilverarbeitende Unternehmen – passend zu der gewachsenen Historie des Standortes. Auf dem Grundstück betreibt die Firma Grönheit & Weigel als Experte für Ladungssicherung ihr Zentrallager und die Firma Elektrotechnik Nauen hat neben einem Showroom für Smart-Building ihre Werkstatt im Mayswerk. Die Firmen allcata und VLANO haben sich auf den Vertrieb von Küchen- und Klimatechnik - auch für Endkunden, spezialisiert. Vollständige Infos unter http://www.mayswerk.nrw/.

Text: (cp)

 

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