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Breitband: 503 förderfähige Adressen in Tönisvorst

Mitteilung vom 15.11.2017

Erst kam das fließende Wasser. Dann kam der Strom. Und jetzt? Jetzt kommt der Breitband-Internetzugang – etwas, das viele gerne zur Grundversorgung der Bürger zählen würden - wie Wasser, Strom, Gas oder einen Telefonanschluss. Denn durch den technischen Fortschritt erweitern sich die Anwendungsbereiche des Internets: Trendthemen wie Cloud Dienste, eine Konto-Eröffnung per Video-Chat, der mobile Arztservice, „Smart Home“ oder einfach nur unterbrechungsfrei große Videos oder Musik streamen – all das ist mit den Internetzugängen der alten Generation nur bedingt möglich, dafür braucht man Breitband, also einen dauerhaften und stabilen Internetzugang. (siehe auch Info-Kasten Breitband). Gerade für Firmen ist Breitband eine entscheidende Infrastruktur mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit.

Inzwischen hat sich der Bund mit Förderprogrammen der lückenlosen Breitbandversorgung angenommen: Alle Anschlüsse, die über weniger als 30 MBit pro Sekunde im Download verfügen, sollen gefördert werden. Und wie sieht die Versorgungslage gemessen an den 30 MBit in Tönisvorst aus?

Aktuelle Breitband-Versorgung mit über 30 MBit pro Sekunde in Tönisvorst?

Drei Telekommunikationsunternehmen agieren in Sachen drahtgebundenem - oder besser - „kabelgebundenem“ Breitband-Internetzugang vor Ort: Das ist die Deutsche Telekom mit DSL, Vectoring-Technik, VDSL, unitity media mit Internet über Coaxkabel und die Deutsche Glasfaser mit Glasfaserleitungen.

Vom Prinzip her haben 96,8 Prozent aller Tönisvorster Adressen einen Telekom-Anschluss. Darüber hinaus haben 69,8 Prozent aller Adressen die Möglichkeit per Kabelanschluss ins Internet zu gehen. Und Glasfaser? Hier gibt es noch keine Anschlussmöglichkeit in der Fläche. Allerdings ist der Anschluss des Gewerbegebietes Tempelshof an das Glasfasernetz der Deutschen Glasfaser beschlossene Sache. Hier haben sich im Gewerbegebiet ansässige Firmen im Rahmen der Nachfragebündelung zusammengeschlossen. 137 Anschlüsse sollen es sein. Das wären dann rund 1,5 Prozent aller Adressen.

Und wie viele Adressen in Tönisvorst sind gemäß Förderrichtlinie nach aktuellem Sachstand unterversorgt? 5,8 Prozent der Anschlüsse sind förderfähig, spricht verfügen über weniger als 30 MBit pro Sekunde. Diese 503 Anschlüsse liegen im Wesentlichen im Außenbereich.

Wie funktioniert die Förderung?

Alles unterhalb 30 MBit pro Sekunde, das die drei Telekommunikationsunternehmen nicht aus eigenwirtschaftlichen Mitteln ausbauen können, soll vom Bund gefördert werden: 50 Prozent zahlt dabei der Bund, 40 Prozent das Land und die restlichen 10 Prozent sollen aus Eigenmitteln der Kommunen kommen. Ob eine Finanzierung aus der Kreisumlage erfolgen kann, wollen die neun Kommunen und der Kreis noch gemeinsam klären.

Stand der Förderung?

Zunächst mussten die drei Telekommunikationsunternehmen ihren eigenwirtschaftlichen Ausbau für die nächsten drei Jahre mitteilen (Markterkundungsverfahren). Diese Phase ist abgeschlossen. Dann mussten die drei Unternehmen mitteilen, wo ein Ausbau der unterversorgten Adressen – weniger als 30 MBit/s - nur mit finanzieller Unterstützung möglich wäre (Interessensbekundungsverfahren). Auch die Phase ist abgeschlossen. Parallel dazu hat der Kreis Viersen begonnen, alle Maßnahmen vorzubereiten, um beim Bund für alle unterversorgten Bereiche im Kreis Viersen – also auch die aktuell noch 503 Tönisvorster Adressen – einen Förderantrag stellen zu können, wenn der Kreistag und die jeweiligen Räte der Städte und Gemeinden im Kreis zustimmen und Mittel bereitstellen. Alle vorbereitenden Maßnahmen sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Der eigentliche Antrag kann dann zur Eröffnung des neuen Förderprogramms gestellt werden. Es wird davon ausgegangen, dass das im Frühjahr 2018 passiert.

Infokasten: Was ist Breitband?

  • Breitband ist ein schneller Internetzugang, der relativ hohe Datenübertragungsraten zulässt – im Gegensatz zu den Internetzugängen der alten Generation, als man sich per Modem einwählte.
  •  Es gibt offenbar noch keinen exakt definierten Schwellenwert dafür, was Breitband ist. Es schwankt je nach Land und Kontinent zwischen 128 kBit (juristische Definition) über 1 MBit/s (EU-Ebene) und bis zu 4 MBit/s (USA).
  • Prinzipiell ist „Breitband“ ein Sammelbegriff, da es verschiedene Techniken gibt: per DSL, via Glasfaser oder per TV-Kabel, Mobilfunk (LTE) oder sogar Satellit.
  • Unter die Förderrichtlinie des Bundes fallen nur die „draht- oder kabelgebundenen“ Breitbandzugänge, also keine Mobilfunknetze. Grund hierfür sind offenbar die mitunter recht hohen Schwankungen – zum Beispiel je nach Tageszeit.

Versorgungssituation in Tönisvorst in Zahlen:

Von den 8654 Gebäuden in Tönisvorst haben

  • 8378 (96,8 Prozent) einen Telekomanschluss,
  • 6044 können ans Kabel anschließen (69,8 Prozent) und
  • noch keine Adresse hat derzeit Glasfaser.
  • 82 Adressen – mitunter auch Grünflächen - haben weder Kabel-, Glasfaser-  noch Telekom-Anschluss. 

Text: (cp)

 

 

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