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Haus Brempt

Das Haus Brempt

Im weiten Umkreis gibt es kaum eine Gemeinde, die eine so hohe Zahl von Adelssitzen aufzuweisen hat wie Vorst. Es sind nicht weniger als fünf: Haus Brempt und Haus Donk, beide versteckt am Rande des bebauten Orts liegend, Haus Neersdonk `unter der Hecke', was man - vom Landschaftsbild her gesehen - wörtlich nehmen könnte, Haus Raedt in einem dichten Park an der Kempener Landstraße gelegen und der altehrwürdige Gelleshof weitab im Kehn.

Von allen Adelssitzen liegt Haus Brempt dem Ortskern am nächsten. In der Nähe der Kirche sehen wir Haus Brempt unten in einer ehemaligen Mulde des Schleckbaches. Das Gebäude selbst steht auf einer künstlich angelegten Anhöhe, einer sogenannten Motte, die von einem breiten inneren Wassergraben umgeben war.

In seinem heutigen baulichen Zustand stellt sich Haus Brempt dem Betrachter als ein spätgotischer Adelssitz mit einem Herrenhaus dar. Das Herrenhaus stammt aus der Zeit um 1650/60. Der Torturm dürfte aus einer früheren Zeit stammen. Er ist dreistöckig und wird von einem sehr schon geschweiften Dach geschützt. Das schmale Portal ist über eine Treppe zu erreichen und zeigt einen gotischen Spitzbogen. Oberhalb sehen wir das Wappen der Familie Hertmanni, die das Haus im 18. Jh. besaß. Die Eingangshalle weist ein Tonnengewölbe auf. Unter dem Turm befindet sich ein Verlies.

Der Torturm gibt uns einen deutlichen Hinweis darauf, daß das vor 1650/60 vorhandene Herrenhaus an anderer Stelle stand als das heutige. Das Herrenhaus konnte in alter Zeit nur über eine Zugbrücke die den breiten inneren Graben überspannte, betreten werden. Noch heute können wir eine Spur hiervon erkennen. Rechts über dem Hauptportal sitzt im Mauerwerk noch eine Rolle, über welche eine Kette der Zugbrücke lief.

Haus Brempt hat seinen Namen von der Familie von Brempt erhalten, die es über Jahrhunderte in Besitz hatte. Wie wir heute wissen, waren die die Herren von Brempt jedoch nicht die ersten Besitzer dieses Adelssitzes. Er muß demnach zu früherer Zeit eine andere Bezeichnung getragen haben, die noch nicht bekannt geworden ist.

 

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Impressionen aus Tönisvorst